Camping Weisel · Platzkultur
Acht ungeschriebene Regeln
Auf einem Reisecampingplatz sind morgen andere da. Auf einem Dauercampingplatz sind es dieselben, seit zwanzig Jahren. Das ändert alles daran, was als selbstverständlich gilt.
Auf einen Blick
Die meisten dieser Regeln stehen nirgends. Man merkt sie erst, wenn jemand sie nicht kennt.
Der sichtbarste Unterschied zum Reisecamping: Hier wohnt jemand über Jahre auf derselben Fläche. Eine Parzelle zu queren, weil es kürzer ist, wird deshalb anders empfunden als auf einem Platz, auf dem morgen andere stehen. Man geht außen herum.
Es gibt hier keine Tafel mit Ruhezeiten. Das ist bequem und anspruchsvoll zugleich: Wo nichts vorgeschrieben ist, entscheidet die Rücksicht. Musik, Fernseher im Freien, Rangieren, Rasenmäher. Abends und mittags merkt man es dem Platz an, ob jemand daran denkt.
Wer Besuch mitbringt, meldet ihn an. Das ist keine Förmlichkeit: Das Tor ist durchgehend abgeschlossen, und der Platz funktioniert nur deshalb als sicherer Ort für Kinder, weil klar ist, wer da ist.
Die älteste Camping-Regel überhaupt, und die einzige, die sich selbst durchsetzt: Wenn alle sie einhalten, merkt niemand etwas davon. Wenn drei Leute sie brechen, merken es alle.
Ein eingezäunter Platz ist einer der letzten Orte, an denen Kinder frei herumlaufen können, das ist ausdrücklich erwünscht. Zwischen den Wohnwagen Ball zu spielen ist trotzdem keine gute Idee, weder für die Wagen noch für die Vorzelte.
Rasen mähen, Hecken zurückschneiden, im Winter den Weg frei halten: Was auf der eigenen Fläche wächst und liegt, ist Sache des Pächters. Auf einem Dauercampingplatz sieht man sofort, wo länger niemand war.
Terrassen, Gartenhäuser, feste Anbauten: Beim Dauercamping ist das üblich, aber nicht beliebig. Größere Bauten brauchen vorher die Zustimmung des Platzes, weil auch baurechtliche Vorgaben daran hängen. Kleines und Abnehmbares ist meist unproblematisch.
Weder untervermieten noch weitergeben. Wer aufhört, gibt an den Platz zurück. Die Vergabe läuft dann über die Warteliste, für alle gleich. Das ist der Grund, warum es überhaupt eine Warteliste gibt und nicht einen Markt.
Konkret hier
Das ist die Regel, die am meisten erklärt werden muss, und sie gilt ausnahmslos. Nicht, weil wir keine Hunde mögen, sondern weil jede Ausnahme sofort eine Ungerechtigkeit gegenüber allen anderen wäre.
Es hängt keine Tafel mit Uhrzeiten am Tor. Der Platz lebt davon, dass man von selbst darauf achtet.
Zutritt haben Pächter mit Schlüssel und deren angemeldete Gäste. Deshalb können Kinder hier frei herumlaufen.
Keine Durchreise, keine einzelnen Übernachtungen. Wer hier übernachtet, ist Pächter oder dessen angemeldeter Gast.
Schwimmen und Angeln ohne Eintritt, für Pächter und deren angemeldete Gäste, auf eigene Verantwortung.
Diese Seite ist keine Platzordnung, sondern beschreibt, wie es auf einem Dauercampingplatz üblicherweise zugeht. Verbindlich ist, was im Pachtvertrag steht. Wer sich für eine Parzelle interessiert, trägt sich in die Warteliste ein.
Weiterlesen
Zulassung, Gasprüfung, Versicherung, Rundfunkbeitrag: was an einem Wagen hängt, der stehen bleibt.
Feuchtigkeit, Standplatten, Schneelast, Mäuse: was praktisch dagegen hilft.
Achtzehn Begriffe, die überall vorausgesetzt und selten erklärt werden.